3 Fakten zur Inflation in Deutschland

3 Fakten zur Inflation in Deutschland

Die Inflation in Deutschland liegt aktuell auf einem Hochstand seit fast 30 Jahren, sodass die Preise wieder steigen. Nach dem Stand von November 2021 liegt die aktuelle Inflationsrate bei 5,2 %. Sowohl die Preise an der Tankstelle als auch die Produkte im Supermarkt, es fühlt sich an, als würde alles teurer werden. 

1. Geldentwertung durch Inflation

Inflation beschreibt die Erhöhung des Preisniveaus für Dienstleistungen und Güter.

Die Kaufkraft des Geldes ändert sich und für dieselbe Geldeinheit werden weniger Güter erhalten als zuvor.

Somit nimmt der Wert des Geldes ab. 

Ein beliebtes Beispiel kann anhand der Preise für Eiskugeln aufgezeigt werden. Viele erinnern sich sicherlich noch an die Zeiten, als eine Kugel Eis 0,50 Cent gekostet hat. Doch im Laufe der Zeit wurden die Preise erhöht, sodass eine Kugel Eis unter 1,20 Euro kaum noch zu finden ist. Anders ausgedrückt lässt sich die Inflation auch wie folgt beschreiben, 100 Euro sind immer noch 100 Euro, jedoch lässt sich weniger von 100 Euro kaufen als noch vor ein paar Jahren. Für die gleiche Geldsumme wird dann ein Minikredit nötig

Eigentlich sollen auch Geldanlagen im Wert steigen und nicht stagnieren oder sinken. Bei einer Inflationsrate von 2 % kann die Kaufkraft innerhalb von 5 Jahren von 100 Euro auf 92,24 Euro sinken. Auch wenn dies langsam und über einen langen Zeitraum geschieht, sind 100 Euro weniger wert.

3 Fakten zur Inflation in Deutschland

2. Preisstabilität ist essenziell

Eins der wichtigsten Ziele des Eurosystems ist die Preisstabilität. Hierbei sind nicht die einzelnen Preise der Faktor, sondern der Durchschnitt von allen Preisen, somit das Preisniveau. Um dies zu bestimmen, werden Waren und Dienstleistungen ausgewählt, die für das alltägliche Leben besonders relevant sind. Aus den Preisen dieser Güter wird ein monatlicher Durchschnitt berechnet, sodass die Entwicklung des Preisniveaus sichtbar wird. Eine Preisstabilität ist wichtig, um die Kaufkraft des Geldes zu erhalten. Je höher die Inflationsrate, desto schwerwiegender sind die Folgen.

Bei zu starker Inflationsgefahr werden die Zinsen von der EZB erhöht.

Dadurch gelangt weniger Geld in den Umlauf – Güter werden weniger nachgefragt. Im Gegensatz dazu werden bei der Deflationsgefahr die Zinsen gesenkt, damit mehr Kredite aufgenommen werden, sodass vermehrt Geld in den Umlauf kommt und Güter nachgefragt werden.

3. Aktuell steigt die Inflation

Die Inflationsrate ist in den letzten Monaten gestiegen. Zuvor war sie jedoch im Jahr 2020 wesentlich niedriger. Dort lag sie bei 0,5 % im Zuge der Auswirkungen der Corona Pandemie. Dies war der niedrigste Stand seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Die im Zuge der Pandemie veranlassten Senkung der Mehrwertsteuer trug viel zu der niedrigen Inflationsrate bei. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass eine Inflationsrate unter 2% kein guter Zustand ist, da es ein Zeichen für ein schwaches Wirtschaftswachstum ist. 

Die momentan hohe Inflationsrate wird in der Branche mehrheitlich als temporäre Maßnahme betrachtet. Auf lange Sicht wird eine Rate erwartet, die näher an der Vorgabe der EZB – Europäischen Zentralbank – von 2 % liegt.

4. Folgen einer zu starken Inflationsrate

Einige essenzielle Folgen der Inflation lassen sich stichpunktartig aufzeigen: 

  • Das Geld ist weniger wert, sodass Menschen sich weniger für ihr Geld kaufen können 
  • Nicht nur der Wert, sondern auch die Kaufkraft des Geldes sinkt 
  • Aufgrund steigender Preise wird die Nachfrage weniger, sodass Unternehmen die Preise erhöhen müssen, um die Kosten weiterhin decken zu können
  • Unternehmen investieren weniger bei höheren Preisen, sodass das Wirtschaftswachstum gebremst wird 
  • Menschen versuchen vermehrt in Sachwerte zu investieren, da gespartes Geld den Wert verliert und es keine Sparzinsen gibt. 

Es lässt sich erkennen, dass die Sicherung der Preisstabilität ein wichtiger Faktor ist und mit Mitteln der EZB dies sichergestellt werden soll.